Wer eine CB kauft und dann wieder verkauft nach einer gewissen Zeit, wird seine Gründe dafür haben, über die sich trefflich spekulieren lässt. Oder sie werden kommuniziert, was dem Mutmaßen in Einzelfällen ein Ende bereitet. Ebenso darüber, warum sie im Besitz nur wenig gefahren wurde. In Anbetracht der durchschnittlichen Jahresfahrleistung in Höhe von um die 2.000km eines Motorradfahrers in D ist letzteres wohl eher die Regel als die Ausnahme.
Da hier Royal Enfield erwähnt wurde, von denen reichlich mit wenig km und oft nach verhältnismäßig kurzer Zeit als Gebrauchtfahrzeuge in den Verkaufsportalen angeboten werden, verhält es sich mit den dort angebotenen CBs vielleicht ähnlich. Man erfüllt sich einen Wunsch, einen Traum, ein Retrobike zu fahren, oft nostalgisch getriggert. Neu war der Retrospaß bei Honda allerdings ungleich teurer und vertickt die Kiste dann wieder, wenn sich die Begeisterung gelegt hat. Dabei kann das Gewicht, die gebotene Leistung, die Sitzposition, vielleicht sogar das zunächst gefallende Design und nicht zuletzt die sich geändert habende Lebenssituation inklusive Gesundheit und Vorlieben eine Rolle spielen. Oder einfach nur der Bedarf für und die stetige Sehnsucht nach einem "Bäumchen Wechsel Dich Spiel", in dem immer wieder Neues und Anderes zum motorradmäßigen Angehipptwerden eine Rolle spielen mit der sich nicht selten einstellenden Erkenntnis, Glück und Erfüllung gibt's dort und so auch nicht auf Dauer. Das Spiel wird fortgesetzt. Dann muss die CB gehen und wandert von einer Hand in die andere.
Bei mir musste sie's nicht. Ich habe schon über 10 Jahre und auf vielen km Freude mit ihr. Eher die Ausnahme denn die Regel - vermutlich.