Zitat von ingobohnAlles anzeigen
Die "Moto" oder die "Speedbag"?
Es sind die Moto.
Sie sehen gewöhnungsbedürftig aus, sind aber überaus praktisch.
Wisedrum
Zitat von ingobohnAlles anzeigen
Die "Moto" oder die "Speedbag"?
Es sind die Moto.
Sie sehen gewöhnungsbedürftig aus, sind aber überaus praktisch.
Wisedrum
Vielen Dank für die freundliche Rückmeldung.
Ich wünsche Euch viel Freude und Erholung bei der anstehenden Tour.
Gemeinsam offenbart so ein Trip sicherlich eine weitere Dimension, die ich so noch nicht erfahren habe.
Heute habe ich den Bericht in einer PDF leicht überarbeitet zusammengefasst.
Leider bekomme ich sie nicht hier ins Forum gestellt, da die Datei mit 10,9MB als Anhang zu groß ist und mehr als 500Kib darstellt. Dadurch hat der Bericht deutlich an Lesbarkeit gewonnen.
Hat jemand eine Idee, wie ich sie interessierten Lesern zugänglich machen könnte?
Wisedrum
Stimmung erhellt.
Wisedrum
Zitat von Robin GoodAlles anzeigen
Stimmt, die 1100er läuft deutlich magerer. Damals spielten Umweltauflagen und Spritpreise noch nicht so eine große Rolle. Heute dagegen....
Mich hat der "neue" Trend auf Reisen gefreut und den Geldbeutel geschont.
Bei der Ur 750er war der Ölkühler ein Fremdwort und die Qualität der schmierenden Suppe eher in der "Steinzeit" des Öls beheimatet.
Vielleicht verbleibt beim Ölwechsel Öl im Motor. Ganz sicher, trotz sorgfältigstem "Ausbluten". Doch gleich ein ganzer Liter? Honda sieht mit Filter 3,9l Liter für den Austausch vor.
Reichlich Öl ist also vorhanden. Apropos Öl, vor der Tour wechselte ich und das Altöl war eigentlich zu schade zum Entsorgen. Von wegen tiefschwarz nach etwas über 6.000km.
Ich hätt's am liebsten drin gelassen. Das "neue" Öl bleibt auch nach meiner Reise drin,
so zahm, unteren Drehzahlen affin und damit temperaturmild, wie ich die Honda im Norden bewegte. (I) Don't panic!
Wisedrum
Faltenbälge hin oder oder her.
Meine W hat sie vom Werk aus und sie passen gut, neben ihrem schützenden Charakter, zum 60er Jahre Outfit dieses Motorrads.
Bei der CB, gerade der doch optisch moderneren Ausführung der Honda im Gegensatz zur
Neuauflage, halte ich sie stilistisch nicht für angebracht, wenn nicht gar fehl am Platze. Beide Mopeds bedienen sich viel mehr dem 70er und eher noch dem 80er Jahre Design.
Gabelprotektoren, über die sich im Aussehen und deren Funktion vortrefflich streiten lässt, keine Frage, erfüllen bei mir den Zweck des Schutzes. Ganz abgesehen davon, der Anbau ist einfach, der Erwerb preisgünstig. So ganz ungeschützt möchte ich die Standrohre und Simmerringe nicht "Angriffen" preisgeben. Doch das hält ein jeder wie eine alte Frau beim Stricken, zwei links, zwei rechts. Ein ungeschmeidiges Ansprechen der Gabel, ohne zusätzliche, durch welchen Schmierstoff auch immer geartete Zusatzölung von aussen, ist mir noch nicht aufgefallen.
Vielleicht sollte ich mal etwas ölen. Dann merke ich den Unterschied, falls es ihn gibt. ![]()
Wisedrum
Ne, ne, mit Whiskey putze ich mir Morgens nicht Zähne im Sinne von Gurgeln und
Level aufpushen. Einen Bart pflege ich nicht.
Zu tragen. Die Zippe passt schon eher. Ein Gespann. Hilfe!
Handy blieb bei der Tour aussen vor.
Draussen schlafen ja, aber ein Zeltdach überm Kopf.
Lange Wanderungen durch Gesteinsansammlungen. Eher nicht.
Nun ja, Ähnlichkeiten sind an den Haaren herbeigezogen, jede Reise
ist anders und nicht immer der in Szene gesetzte Ami Style. Nur das mit den großen Emotionen stimmt, so man(n) sie den empfindet und wahrnimmt.
Verstehe schon, was Du meinst. So stellt sich der Daheimgebliebene eine Reise
in die Wildnes vor.
Mal sehen, wann ich einen Tour-, sprich Lofoten Film zusammenschneide und mit eigener Musik unterlege. Dann siehst Du meinen Style. Not much actors involved. Only two, if one is kind of an actor by itself. More an object than a subject.
Wisedrum
Ortlieb, eigens für die Tour befestigt, weil gut flexibel, geräumig
und noch wichtiger wasserdicht. Sonst andere.
Wisedrum
Zitat von Robin GoodAlles anzeigenIch ziehe auf jeden Fall den Hut vor Dir für das geleistete und würde so ein Abenteur liebend gerne auch mal wieder erleben, aber dazu müsste ich mich erst scheiden lassen
Nein, tu es nicht! Beziehungen sind viel spannender! ![]()
Zu so einer Fahrt, bei der die Skizze der geringen Vorplanung, sprich nur die Richtung, erst danach als ganzes Bild erscheint, hilft ein wenig Vorerfahrung schon.
Ist es ein Abenteuer, vor der man den Hut ziehen sollte?
Hm, es ist, was es ist. Für mich war's der Sommerurlaub. Die schönsten Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo. Sang Andre Heller. Bis auf die, die man auf der Straße findet, denke ich. Ansonsten hat er recht.
Wsedrum
Teil 8
Nachbetrachtungen der Tour
Insgesamt gefahrene Kilometer 6.300km.
Zunächst etwas zur CB.
Meist gemächlich gefahren belief sich der Verbrauch auf durchschnittlich 4,5l pro 100km.
Meist gab es kein E10, so dass ich Super tankte. Durchschnittspreis deutlich höher als in Deutschland, ohne die genauen Umrechnungskurse im Kopf zu haben, 1,70€.
Ölverbrauch, nicht messbar.
Kettenlängung, kein Nachstellen erforderlich.
Die Kette war das einzige, pflegebedürftige Teil, da viel Regen auf der Tour vom Himmel fiel.
Das Fahrwerkssetup habe ich insgesamt, seit ich die Honda fahre, leicht weicher eingestellt
und trotz des zahlreichen und gewichtigen Gepäcks nicht wieder geändert. Mir ist keinerlei
Wackelei aufgefallen. Gutes Fahrwerk. Unwegsames Gelände habe ich, wohlwissend um die nicht besondere Geländegängigkeit und der aufgebürdeten Last der CB, aussen vorgelassen bei der Straßenwahl. Eine ganz brauchbare Asphaltdecke kam der Honda immer unter die Räder.
Druckverlust in den Reifen. Nicht nachgemessen während und nach der Tour, die Reifen fühlen und fahren sich wie eh und je, gut mit Luft befüllt. Den Vorderreifen gab's vor der Reise neu
und er gab im Profil von 4mm auf 3mm nach. Hinten war's der alte Pneu, der ebenfalls von 4 auf 3mm nachließ.
Besonders mag ich an der Honda den Motor, der großvolumig mit schönem, weil gleichmäßigem Drehmomentverlauf meist und überwiegend im großen Gang bewegt werden konnte.
Würde ich etwas an der CB ändern, wäre es wohl die Sitzbank, auf die ich mich in meiner Art dann doch irgendwie eingesessen habe. Sie bleibt, wie sie ist.
Von irgendwelchem optischen Pflegemaßnahmen sah ich während des Trips bewusst ab, ausserdem hätte der fast schon stetige Nässebefall all die schöne Mühe schnell wieder ad absurdum geführt und zu einer Sisyphusarbeit mutieren lassen.
Dafür kriegte das Motorrad gut einen Tag lang aufhübschende Betreuung, nach der es wieder in Glanz und Gloria dasteht. Von der starken Verschmutzung und deren Spuren ist nichts mehr zu sehen. Schnell sauber machen war aber nicht.
Interessant finde ich, dass bei so einer Reise mit der fortwährenden, stundenlangen Nutzung des Fahrzeugs all die Sorgen, Probleme oder besser Problemchen mit der Honda, auch die hier im Forum diskutierten, oft über Kosmetik und Qualität der Erscheinung, aber so was von in den Hintergrund treten, dass sie an Egalität kaum noch zu überbieten sind. Die CB fährt einfach nur, so wie sie soll. Problemlos, immer startend, genügsam und sehr gewinnend.
Für Skandinavien eigentlich reichlich übermotorisiert. Dennoch habe ich mich über die 90 Pferdchen gefreut, oder viel mehr über ihr, wenn auch oft nicht genutztes Vorhandensein.
Da schlummern gute Reserven.
Jetzt noch etwas zu mir.
Auf meiner Tour wurde ich gefragt, warum ich allein reise?
Darum! Nein, ganz so einfach ist die Antwort nicht gewesen.
Ein paar Beweggründe, ich muss keine Adjustments machen und
Voraus und Hinterherfahren ist nicht so mein Ding.
Mit dem Alleinsein habe ich keine großen Probleme,
selbst wenn es schön wäre das Erlebte zu teilen während der Reise.
Ganz im Gegenzug sah ich mehr im Verbund Reisende als lonesome Riders,
die ich auch traf.
Um jemanden zu finden, der so eine Art des Motorradwanderns mitfährt, müsste
ich ihn suchen, was ich nicht tue. Nicht jedermans Sache ist es, während eines Motorradtrips ständig on the road zu sein, zu zelten und sich in meinem erlebten Fall nassen Wetter auszusetzen. Mir macht das stundenlange Durchstreifen von Landschaften Spaß, selbst wenn dabei Luftschneisen durch Länder gezogen werden, ohne zu viele Inseln der Ruhe anzusteuern.
Ich fahre gern und viel und sitze lange im Sattel.
All diese Schilderungen schrieb ich, weil ich noch etwas Urlaubszeit übrig habe und so einmal all das auf der Fahrt Notierte in eine komprimierte Form bringen konnte.
Wenn andere Menschen Freude beim Lesen gehabt haben, ist ein weiterer Zweck dieses Reiseberichts erfüllt. Wenn nicht, who cares?
Und was ich gleich tun werde, viel lieber noch als schreiben, die CB starten und 'ne Runde um Block düsen.
@ Robin
Danke! ![]()
Wisedrum
Teil 7
Freitag, der 7.8.15 Tag 13
Am Morgen das übliche Programm der Urlaubsroutine, die ich gegen die heimische getauscht habe. Um 10.35h bin ich am Start. Die E6 südlich fahrend biege auf die 705 ab und hangele mich Richtung Rösol. Norwegen zeigt sich von seiner mitteldeutschen Seite. Hügellandschaften, bergig, bewaldet mit Ackerbau und Viehzucht. Das Siedlungsfeel der E6 hinter mir lassend durchstreife ich nicht oft kleine Ortschaften. Temperatur um 20Grad, regenlos. Endlich.
Gegen 16.00h bin ich auf der 28 und dann der 26 gelandet und fand sie nicht so aufregend wie vom Tourismusbüro auf den Lofoten empfohlen. Allerdings kam ich auch durch Hochebenen, die mir dann doch sehr viel Freude bereiteten.
Zum Schluss der Fahrt trabten 2 Rentiere zeitversetzt längs der Fahrbahn. Schicker Reminder an den Norden.
Die Honda schnurrt wie eine Nähmaschine und sie aus wie ein Dirtbike. Dreckiger geht's immer noch. Verwunderlich.
In Tysdil, nicht weit von Schweden entfernt, übernachte ich.
Sonnabend, der 8.8.15 Tag 15
Nachts wurde ich mehrfach durch Regengeräusche auf dem Zelt geweckt.
Glücklicherweise geht's regenlos ab vom Hof.
Schwupps, Schweden again und rüber, rein da.
Die Eintönigkeit greift um sich. 100km Waldmeditation.
Habe keine Schwedenkarte mehr. Aus der 26 wird die 62, kleiner Zahlendreher, Richtung
Karlstad. Von Zeit zu Zeit nieselt es. Die Meilen aus dem Boden stampfen. Durchs Värmland Richtung Göteborg auf der E45. Sich über Schilder freuen, die weniger Kilometer anzeigen.
Schweden im Schnelldurchlauf.
In Göteborg soll mich eine Fähre nach Fredrikshavn bringen. 434 DK kostet mich der Spaß und erspart mir die weitere Fahrt nach Helsingborg mit dem sich anschliessenden Inselhopping.
Um 20.30h setze ich 3 Stunden lang über. Was folgt, ist ein Nachtritt vom Norden Dänemarks nach Kiel. Um 5.00h in der Früh reite ich in meiner Heimatstadt ein. Gut zerschossen, aber noch wach vom langen Weg nach Hause.
Hier endet der Bericht der Reise.
Wisedrum