Beiträge von Wisedrum

    Der Vorgänger, die Bullet bzw. Classic, besitzt mehr Hubraum, Nm, PS und weniger Gewicht, war aber über einen Tausender teurer in der noblen Classic Chrome Ausführung. Schon sie verursachte arge Bedenken bei der Fachpresse und Interessenten, wie sehr so ein Paket im deutschen Straßenverkehr als zu lahm eingeschätzt fahrbar sein kann. Kann von meiner Seite aus nur schreiben, völlig ok, ausreichend und gut!


    Ob das mit der günstigeren aber schwächeren Neuauflage, die sich wie die Meteor in erster Linie über den Preis verkaufen wird, geschicktes RE- Preisdumpingmarketing, auch so ist, muss jeder Interessent selbst herausfinden. Ich bin keiner, denn schon indisch gut und besser versorgt seit ein paar Jahren. Ein Wort sollte allerdings bei indischen Eintöpfen von RE gleich welcher Art kein Fremdwort des eigenen Vokabulars und Erfahrungsschatzes sein, das überstrapazierte Wort "Entschleunigung". Mit ihm lässt sich dann irgendwie, vielleicht sogar eine wunderbare Freundschaft nach dem Kauf mit einem solchen Motorrad schließen trotz des ihm innewohnenden Verkauft-Potentials, von dem zahlreiche Privatverkaufsanzeigen der gleich motorisierten Meteor nach nur kurzer Zeit schon ein Lied singen können, die mit vorgeschobenen Verkaufsgründen wie, hab doch nicht so viel Platz in meiner Garage oder meine Frau sagt usw. beginnen.


    Die Zeitschrift "1000PS" fühlte dem Classic Vogel auf den Zahn, mochte ihn, stellte aber fest, ab 70km/h wird's nach einer zunächst gelungenen Drehmomentabstimmung im unteren Drehzahlbereich anschließend zäh und lahm. Erwartet bei um 195kg Gewicht der Maschine und bummeligen 20PS irgendwer etwa was anderes? Das sollte man vorm Kauf wissen und bedenken, genau wie schon vorher klarsein wird, muss und sollte, wieviel Platz der vorgesehene Abstellort bietet, hihi.

    Nö, aber klasse sind solche Mammutritte nicht. Jedesmal on tour nehme ich mir vor, nicht mehr derart lange Abrittpassagen abzueiern. Denn es gehört eine Portion Glück und Selbstüberlistung dazu, sie durchzustehen und heil zu überstehen. Irgendwann- und wie gerät man beim Fahren auf ihnen in einen Sog und Rausch mit einem Ziel vor Augen und beendet so einen Film nur, wenn es erreicht ist.

    Meine Stopps on tour werden durch das bestimmt, was ich vorhabe. Möchte und muss ich Meile machen, sind die Intervalle an Tankpausen angepasst. Mit der CB alle 200 bis 250km. Etwa alle 2Std. Davon dann viele hintereinander. Kiel - Calais beispielsweise ohne Übernachtung. Bitte nicht nachmachen, lieber Leser!


    Bin ich in Gegenden angekommen, in denen ich einen guten Teil der Tour erkundend verbringen will, ist intervallmäßig alles dabei, von ein paar Minuten Fahrt bis hin zu längeren Etappen abhängig davon, was ich photographieren, lesen, schreiben möchte oder mich zum Verweilen einlädt. So entstehen dann Tagesetappen zwischen 100 bis ein paar hundert km.


    Hat man sich auf die Werksbank der CB eingesessen, das ist selbst beim 2013 Modell möglich, ist's mir möglich, nahezu endlos weit mit ihm und auf ihr zu fahren.

    Bei mir mit der CB war's 2 x Wales - Kiel mit kurzer Fährunterbrechung in Calais. Ein anderer Mammutritt aus der Mitte Norwegens nach Hause, mehr oder weniger Nonstop.


    Die W800 dümpelte immerhin von Prag nach Kiel am Stück. Die W650 sogar von den Lofoten nach Kiel. Es geht alles mit allem.


    Warum macht man das? Tja, irgendwann will man wieder nach Hause und das Touren reicht. So ungefähr.

    Lass ma' stecken, werter Alpenreiter! Warum sollte ich, wenn ich die werte CB ma' dreh, bin ich schon überfordert, hihi. Is' mehr als mir und meinem Lappen gut tut. Letztendlich fängt das bereits schon (innerstädtisch) mit der Bullet an, findet seinen Fortgang in der W everywhere und überhaupt würde es mich mit der CB unachtsam gezwiebelt unvermittelt ins Off katapulieren, würden alle 3 mehr als nur ein wenig ausgequetscht. Das puncht mir allessamt schon reichlich und genug. Mehr Budenzauber brauch ich nich'. Vielleicht auch kein anderer, aber das muss letztlich jeder selbst wissen oder rausfinden, welche Druckbefüllung ihn zufriedenstellt und anmacht.

    Ab etwa 1.000 bis 2.000U/min im 5. Gang mit verhaltener Gashand mag der Regenmoduseindruck angehen. Gönn der CB mal 'nen paar mehr Umdrehungen, ab 3.500 etwa, nimm ein kleineren Gang, zieh das Gas schnell auf, lass es stehen und vergiss für einen kurzen Moment die StVO. Dann hat's sich ganz schnell ausgeregnet und die massive CB zieht ab, wie von der Tarantel gestochen bei höchstem Sonnenstand- und Schein. Diese Erfahrung sollte sich jeder ruhig mal geben, der glaubt, die CB ist ein lahmes Retromotorrad und andere Motorräder punchen gleich, satter oder fetter. Tun bestimmt ein paar, Betonung liegt auf (nur) ein paar, aber behäbig is' sie nich'!

    Das kann ich mir auch locker vorstellen.


    Apropos gutes Tourenmotorrad. Das ist die CB oder beispielsweise die W800 auch. Ein Motorrad ist immer das, was man draus oder besser mit ihm macht. Z.B. auf Tour gehen. Nicht nur zur Eisdiele oder 'ne Runde um'n Block eiern.

    Hab diesen Thread als Anlass genommen, mal wieder zu schauen, wie teuer gebrauchte CB1100 sind. Dabei fiel mir auf, dass die Preise ganz schön angezogen haben. Selbst für über 9 Jahre alte Maschinen läuft nichts unter 6.500€. Das war mal anders, meine ich. In der Regel haben die Motorräder nicht viele km abgespult, egal wie alt. Das typische Schicksal von Motorrädern in D.


    Ich suche keine CB1100 und meine gehört bereits mit über 70.000km zu den viel gerittenen Hondas, bin aber dennoch erstaunt darüber, dass die letzten und frischesten Modelle teils teurer als der ehemalige Neupreis gehandelt werden. Kommt mir wie 'nen Pokerspiel vor.


    Selbst das vorgeschlagene weiße Modell hier finde ich für rund 9.000€ nicht günstig. So viel zahlte ich für meinen 1jährigen Vorführer vor geraumer Zeit mit nicht mal 100km auf der Uhr. But the times they're a changin'. (B.Dylan)