Alles anzeigenUnd die Vibrationen über 3000 Touren sind gesteuert, damit es wie "alt und original" wirkt (das hat man allen Ernstes einem Amerikanischen Kunden verklickert)
Einerseits bewarb Honda die CB von Anfang an mit einem in allen Drehzahlbereichen auch durch eine Ausgleichswelle beruhigten vibrationslosen Lauf. Einerseits. Andererseits trimmten sie den Motor durch Versatz, früheres Schließen der beiden Einlaßventile der beiden linken Zylinder um 10 Grad als die der rechten. Entsprechend sind die Zündzeitpunkte angepasst auf den charakteristischen Lauf von alten luftgekühlten Motoren. Sie rauhten ihn also bewusst an.
Manchen stört das. Es ist wie mit einem guten hochaufgelösten Photo, dem nachträglich der Charme eines alten, weniger gutaufgelösten künstlich verpasst wird, um seinen 'Charme' zu erhöhen. Bringt's das? Großes Fragezeichen. Ist dies beim CB-Motor überhaupt spürbar? Wenn man will, kann erfühlt werden, dass der Motor rauher und vierzylinderfeinnerviger vibrierend ab etwa 3.000U/min läuft. Wenn man will. Stört mich das? Nein!
In Amerika finden dieses künstliche auf Motoraltgetrimme nicht alle lustig, weil der Motor von Haus ja sanfter laufen könnte. Mancher vertickte auch deswegen die CB wieder, einige versuchten sich sogar an einer Veränderung der Nockenwelle plus Steuerzeiten aus Sportsgeist oder von Sonstwas getrieben. Kann man ja machen.
Da ich selten mit der CB fetter angase und sie in Geschwindigkeitsregionen über 110-120km/h 'trete', fallen mir vibrierende Spiegel nicht auf. Wenn ich in sie schaue, ist das Bild stets ausreichend scharf und nicht verzerrt.
Bei einem 2.TÜV-Termin nach 4 Jahren monierte der Prüfer eine zu lockere Schwinge. Sie ließ sich nachziehen und der Stein des Anstoßes war behoben. Zog die CB deswegen auffällig zu einer Seite? Nein. Einzig in langgezogeneren, schnelleren Kurven bemerkte ich ein Spiel im Hinterradbereich, ein ungewohntes Tänzeln. Ansonsten lief die CB wie eh und je von einer Schnur gezogen einwandfrei geradeaus.