Europatour 2015 - oder für alle etwas :)

  • #1

    Nachdem ich es bereits angekündigt habe nun hier ein kleiner Bericht zu meiner Europareise.


    Wir kennen das wahrscheinlich alle: Man(n) will im Sommer bei Sonne mit dem Motorradfahren - frau mag mitfahren, will sich aber auch sonnen, schwimmen gehen, ausruhen, Städte sehen, usw. Da keiner nachgeben wollte, haben wir das in diesem Sommer mal pragmatisch gelöst und haben eine Pässe- und Städtetour in Europa mit dem Motorrad unternommen.


    Weil es beruflich leider nicht anders ging bin ich die ersten Tage bis Österreich alleine gefahren. Ab Österreich dann mit Frau. Das Gepäckproblem haben wir mit zwei Hepco & Becker Xplorer 40l Koffern, einem 50 l streetline Rackpack von Gericke und einem Rucksack gelöst.


    Los ging von Norddeutschland über Landstraße (mit kurzen Autobahnetappen) in den Bayerischen Wald.


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    Nach einer Übernachtung die Zeit genutzt um am großen Arber ein paar gemütliche Kurven mitzunehmen und dann in Bayerisch Eisenstein den Übergang nach Tschechien genommen.


    Das war mein erster Besucht dort mit der CB im Böhmerwald bzw. im Nationalpark Šumava. Ich muß schon sagen: schöne Kurven, kleiner (manchmal geschotterte) Straßen, wenig Verkehr und eine richtig schöne Landschaft. Hat viel Spaß gemacht :)


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    Aber leider war das nur die Durchreise nach Österreich. Von Tschechien aus ging es durch das Salzburger Land und die Steiermark nach Kärnten. Auf dem Weg dorthin mit
    - Pyhrnpass
    - Prekova Sattel
    - Pisweger Sattel etc.
    die ersten „Vorboten“ der nächsten Tage genossen.


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    Ich war dann ein paar Tage alleine in Österreich sowie Norditalien und Slowenien unterwegs bevor ich meine Sozia „eingesammelt“ habe und konnte mich dort etwas austoben. An- bzw. abgefahren habe ich u.a.
    - Loiblpass
    - Ucja Pass
    - Predel Pass
    - Mangartstraße
    - Vršic Sattel
    - Wurzenpass
    - Villacher Alpenstraße
    - Goldeck Panoramastraße
    - Maltatal Hochalmstraße
    - Soboth
    - Radlpass
    - Rogla Pass
    - Großglockner Hochalpenstraße
    - Gerlospass
    - Felbertauernstraße


    Verzichtet habe ich u.a. auf die Nockalmstraße, da ich die schon im letzten Jahr mehrfach gefahren bin. Zu sehen gab es diesmal u.a. Österreichs höchste Staumauer – die Kölnbrein-Staumauer auf 1.933 m Höhe; mehrere Hochalmstraßen, geprägt von Felsentunnel und Spitzenkehren, steinige Bergpanoramen, den höchsten befahrbaren Punkt Sloweniens mit in den nackten Fels gehauenen Tunneln sowie wunderschöne Panoramen. Erstaunlicherweise hatte ich trotz perfekten Wetters kaum Verkehr und umso mehr Spaß :)


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    Mit Sozia ging es nachdem wir im Wörthersee schwimmen waren dann ausschließlich über gemütliche Landstraßen in Italien (Friaul-Julisch Venetien, Venetien) sowie einer Überfahrt mit der Fähre nach Venedig. Dort dann allerdings 2 Tage nur Wassertaxi und zu Fuß mobil … war dennoch schön


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    Mit der Fähre dann zurück zum Festland und über Verona, durch Monza nach Mailand, inklusive einer sehr entspannenden Abkühlung im Gardasee :D.


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    Von Mailand aus haben wir zudem eine schöne Tour um den Comer See herum und in die benachbarten „Hügel“ unternommen. Natürlich inklusive einer „Badepause“.


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    Dann ging es weiter durch die Lombardei, das Piemont nach Ligurien zur Mittelmeerküste. Von dort wieder Pässe in den ligurischen Alpen mitgenommen. Und als es mich wieder überkommen hat, habe ich halt meine Frau am Strand gelassen und bin in die französischen Seealpen um mir den Col de la Moutière, Col de Restefond und den Col de la Bonette zu gönnen. Letzterer ist mit 2802 m die zweithöchste asphaltierte Straße der Alpen.


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    Man sagt zwar, daß Motoren einen starken Leistungsabfall mit zunehmender Höhe haben (immerhin bis zu 32% bei 3000 m Höhe) aber unsere CB hat es perfekt gemeistert!


    Wir sind dann in Frankreich bzw. Monaco an der Côte d'Azur entlang (und an Nizza, Cannes, usw. vorbei) bis kurz vor Marseille. Hier natürlich diverse Badeaufenthalte und nächtliche Picknicks ….


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    Nach Norden ging es dann durch in Frankreich Rhône-Alpes und Franche-Comté in die Vogesen, wieder mit schönen Badeaufenthalten in den französischen Seen und u.a. kurzen Abstechern nach Grenoble und Basel. Natürlich nicht ohne zumindest etwas Spaß zu haben, u.a. mit
    - Col de la Schlucht
    - Grand Ballon


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    Anschließend fuhren wir über Lorraine auf der französischen Rheinseite bis nach Straßburg und dann zurück nach Deutschland.


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    Leider ist es nun vorbei. Als Fazit bleibt:
    - Viele Badeaufenthalte bei hervorragendem Sonnenwetter
    - Nette Städte und Orte gesehen
    - leider keine CB getroffen aber von seeehr vielen Bikern und Zivilisten angesprochen worden auf unseren Untersatz
    - ein Satz total abgefahrener Reifen bis zum Rand :D
    - diverse Pässe & Sättel
    - und natürlich viele tausend km Spaß

    Viele Grüße


    Thorsten


    _________________________

    1986 XBR 500 (PC15)

    2014 CB 1100 EX (SC65)

    2021 CRF 1100L Africa Twin (SD08)


    Motorräder und Touren
    Spritmonitor

    4 Mal editiert, zuletzt von itsme67 ()

  • #3

    *NEID*


    :clap: :clap: :clap:


    Wie war denn das Fahrverhalten der CB1100 samt Koffer und Sozia?

  • #4


    Das Fahrverhalten war eingentlich ganz gut. Nur mit Koffern und ohne Sozia und ohne Rackpack hat sie ab 140 leicht gependelt auf der Autobahn, mit Rackpack und Sozia ist sie etwas stabiler.


    Ich will zwar nicht sagen, daß die CB überladen habe, aber sie war stellenweise schon etwas schwerfällig bei sehr engen Kurven. Aber das ist Klagen auf sehr hohem Niveau...ich habe schließlich mit Koffern, Rackpack und Sozia bei Paßfahrten durchasus den einen oder anderen überholt ..... :lol:

  • #6

    Unglaublich die Strecke, aber auch unglaublich beladen die arme CB. Was mich noch interessiert (falls Du Zeit hast für die Antworten)


    1. Auf welchem Streckenabschnitt hat dich die "Unerträgliche Leichtigkeit des Seins" am meisten erwischt und warum dort ?
    2. Auf welchem Abschnitt war es fahrtechnisch aufgrund der Strassenverhältnisse, Verkehr etc. am schönsten ?
    3. Welchen Abschnitt würdest Du Dir beim nächsten mal schenken und warum ?
    4. was war das nervigste Erlebnis auf dieser Tour (fahrerisch) ?
    5. wieviel KM pro Tag hast Du so abgespult ?
    6. dein wichtigster Tipp für potentielle Nachahmer

    Gruss Christian
    _______________________________________________
    Honda CB 1100, 2013

  • #10


    Hallo Christian,
    klar kann ich Dir die Fragen beantworten:


    1. Auf welchem Streckenabschnitt hat dich die "Unerträgliche Leichtigkeit des Seins" am meisten erwischt und warum dort ?
    2. Auf welchem Abschnitt war es fahrtechnisch aufgrund der Strassenverhältnisse, Verkehr etc. am schönsten ?
    Die Fragen muß und kann ich gemeinsam beantworten: Eigentlich kurz nach der Abfahrt, da der Alltagsstreß mit dem Wissen was vor mir und meiner CB liegt sofort abgefallen ist. Ansonsten waren die Tage in Österreich mit den Paßtouren wunderbar. Ich habe mich halt etwas austoben können und hatte zum Teil ganze Strecken und Pässe wirklich für mich alleine. Zu fahren, den Motor zu hören, dem Wind zu lauschen und dann eine Pause und nichts mehr außer der Natur zu hören hat was wirklich Besonderes. Mit Sozia waren dann die französischen Abschnitte Rhône-Alpes, Franche-Comté und die Vogesen klasse. Immer noch sehr schön zu fahren aber angesichts der höheren Gesamtmasse etwas einfacher.


    3. Welchen Abschnitt würdest Du Dir beim nächsten mal schenken und warum ?
    Die Côte d'Azur habe ich aufgrund des speziellen Wunsches meiner Frau sehr nah an der Küste gefahren. Das war zwar stellenweise ganz nett aber deutlich zu voll und zu heiß. Nächstes Mal würde etwas nach Norden ausweichen (und dennoch die Ziele an der Côte d'Azur beibehalten)


    4. was war das nervigste Erlebnis auf dieser Tour (fahrerisch) ?
    Ich mußte mich an den italienischen und südfranzösischen verkehr erst gewöhnen. Die sind zwar alle nett und durchaus gegenüber Motorradfahrern zuvorkommend aber manchmal auch gefährlich leichtsinnig. Das beste Erlebnis war ein Polizeiwagen in Frankreich, der mich im Kreisel „abschießen“ wollte. Da aber sowohl er als auch ich halbwegs vernünftig reagierten, war alles gut.


    5. wieviel KM pro Tag hast Du so abgespult ?
    Im Schnitt so ca. 250-300 km am Tag, jedoch sehr unterschiedlich: An einem reinen Badetag und während des Venedig-Aufenthaltes 0km, bei vielen Paßfahrten so ca. 250 km, beim Cruisen von Stadt zu Stadt ca. 300km, bei Anreise und auf der letzten Etappe in Deutschland 400-450km. Zwischenstops haben wir nach Lust und Laune eingelegt, häufig wenn wir einen schönen See oder eine ruhige Stelle entdeckt haben.


    6. dein wichtigster Tipp für potentielle Nachahmer
    Einfach machen! Ich habe mir vorher einen riesen Kopf gemacht, ob das nicht doch etwas bekloppt ist. Dann habe ich mich durchgerungen und bin gefahren. Im Nachgang: Ich will es nicht missen und würde es sehr bereuen, wenn ich es nicht getan hätte.
    Hotels haben wir „on demand“ gebucht. Ich hatte einen Computer für Streckenplanung und Internet (Touristen SIM-card) dabei und habe Hotels praktisch nur am Abend vorher gebucht. Dadurch konnten wir auch während der Reise Aufenthalte flexibel verlängern und Strecken je nach Lust und Laune mal verlegen. Es bringt nichts, wenn man einen Motorradurlaub voller Freiheit sucht und sich dann selbst wieder bindet. Ansonsten bedenkt aber die Witterung auch kleidungstechnisch; und zwar nicht nur wegen Regen, sondern auch wegen Hitze! Die kann je nach Region schon heftig sein.


    EDIT: bei Planungen kann ich aber auch gerne behilflich sein oder konkrete Fragen beantworten. Einfach melden.



    Hallo Jakob,
    danke für die Blumen :)
    Stimmt, die Ex war vollbeladen, aber es ist nun mal eine Honda…..und die läuft. Ich hatte rudimentäres Werkzeug, Kettenspray und ein Druckluftspray dabei. Zum Glück gab es keine Panne; Außer Kettenpflege mußte ich nur tanken :D

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