Beiträge von Wisedrum

    Gestern war's, in den Straßen der Stadt. Ein Nachbar, der mich erkannte, als ich an ihm unterwegs vorbeifuhr, wollte nach einem kurzen Talk unbedingt ein Photo von der W mit ihrem Fahrer knipsen. Heute schickte er's mir. Guten Tag!


    Für die Schweiz doch powermäßig süffig genau das Richtige, oder?


    Was mich am stärksten verwundert an dieser als Boldornachfolger vermarkteten dahingehenden 'Attrape' ist, dass sie vom Einstiegspreis gar nicht so weit vom selbigen der CB1100 Erstserie vor 13 Jahren entfernt ist. Dabei ist sie vollgestopft mit für meine Augen überflüssiger fahrbeinflussender Elektronik. Der Motor wurde bei Honda aus dem Regal gegriffen, runtergetunet und ist keine wie eigens für den CB Mohikaner angefertigte Neuentwicklung. Das spart Entwicklungskosten. Ähnlich wie bei Kawa bürstet man hier ein bestehendes Serienmotorrad irgendwie auf Retro um, ohne dass es dadurch auch retro ist für diejenigen, die so etwas mögen. Genauso wie schwarzlackierte Motoren, wassergekühlt verschlaucht, zentraldisplay- und federbeinbestückt. Da geht die Reise bei modernen Motorrädern hin, bis Elektro den Markt eines Tages übernimmt. Für so 'ne Honda bin ich zu retroaffin, obwohl genau diese Klientel mit einem großen Namen getriggert werden soll. Wahrscheinlich würde mir sogar das Fahren mit dieser 'Boldor' Freude bereiten. Kaufen und umsteigen werde ich jedoch nicht. Warum nicht? Meine CB ist völlig okay seit langer Zeit, fährt, hält und ganz entscheidend, sieht viel besser aus und powert für mich bei Bedarf mehr als genug los.

    Es bringt nichts, schon rein optisch geht der Vergleich für eine von beiden mit Pauken und Trompeten nach allen Regeln der gestalterischen Motorradkunst ganz gepflegt in die Hose. Könnt ja mal raten für welche von beiden.

    Ist es ein KI-Video?


    Nun denn, wie sagte es vor Jahrzehnten schon der Autohändler meines Vaters, ein Fordhändler: "Sie, Herr ... , sind sicherlich der Letzte, der nicht erkennt, dass Autofahren Geld kostet." Vielleicht war das, was auch so für Motorradfahren zutrifft, im Verhältnis inflationsbereinigt günstiger, wer weiß das nach Jahrzehnten noch so genau. Teuer war es immer schon. Gerade wenn Werkstätten mit im Spiel sind, besonders Vertragswerkstätten. Wenn man nicht halbwegs Selbstschrauber ist, ist man mehr als nur ein bisschen auf sie angewiesen. Und lernt zu zahlen, ohne zu klagen, weil einem, wenn's blöde läuft, keine andere Wahl bleibt. Es sei denn, man gibt das Fahren mit dem Fahrzeug oder generell auf, nachdem Lehrgeld gezahlt wurde. Soll vorkommen.


    Neue Motorräder genau wie Autos werden in der Regel immer teurer. Werkstattkosten auch, weil das Leben sich aus irgendwelchen Gründen quasi stündlich verteuert und sich m.E. mit der Betreuung von Fahrzeugen gegen Kohle mehr Geld verdienen lässt als mit deren Verkauf.


    Im Video wird nach der eigenen Schmerzgrenze gefragt. Meine deckelte ich damit, dass ich Vorführer mit Preisnachlass kaufte, als ich seinerzeit meine Motorräder erwarb. Das Auto kaufte ich noch neu, weil das, was ich haben wollte, erst frisch auf den Markt kam. Ich fahre es im 11. Jahr und weiter auf unbegrenzte Zeit. War mir jeden € wert. Instandhaltung bei den Motorrädern mache ich, so gut ich's hinkrieg, in Eigenregie. Wenn nicht, binde ich Werkstätten mit ein, z.B. Reifen- oder Kettensatzwechsel und zahle. So deckel ich Kosten auf ein mir erträgliches Maß und reiße meine Schmerzgrenze nicht, an die ich allerdings mit jeder Ausgabe unaufhaltsam und mahnend erinnert werde.


    Wollte, müsste oder würde ich noch einmal ein KFZ kaufen, wäre es heute kein Neu- oder Vorführfahrzeug mehr, sondern ein gebrauchtes, das mir gefällt und dem ich noch ein langes unproblematisches Leben zutraue in der Hoffnung, dem anhaltenden Preiswahnsinn nach oben nicht zum Opfer zu fallen. Ob neue Motorräder für das Aufsuchen von teuren Werkstätten anfälliger geworden sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Fahre kein so neues mehr. Wenn ja, halte ich nach wie vor dahingehend japanische für am unauffälligsten. Auch aus diesem Grund fahre ich 2. Das 3. als meine letzte Anschaffung, Bj. 2015 aus Indien, hält sich ebenfalls selbst nach 40.000km angenehm hierbei zurück, obwohl es nach Einschätzung zahlreicher Motorfahrer nahezu prädestiniert dafür zu sein scheint.

    Meine Eingangsfrage zu dem Teil wollte es schon genauer wissen. Aber im Großen und Ganzen kommt es hin, das diese Abdeckung den Wind leitet im Sinne von, nicht mehr ungehindert auf die Lamellen des Ölkühlers zu wehen.

    Damit decke ich den Ölkühler bei Temperaturen im einstelligen Bereich und darunter ab. Gut erkannt! Mir verhält sich die CB sonst zu kaltblütig in ihnen ohne Thermostat im Ölkühler. Vermutlich wollte Honda aufgrund von thermischen Problemen beim Motorlauf in der Entwicklungsphase bewusst keinen verbauen, denn wenn der Thermostat mal ausfällt und nicht öffnet, besteht die Gefahr der Motorüberhitzung bei diesem Euronorm - bedingt mager abgestimmten Motor. Dann lieber fortwährender Ölfluss durch den Kühler, werden sich die Ings vermutlich gedacht haben. Statt eines Thermostats setze ich nun versuchsweise auf diese Abdeckung, für deren Material ich 3,5€ löhnte.

    2mal nein.


    Wenn der Nordpolreisegedanke, der für das Teil zwar in die richtige Richtung geht, dennoch zur Seite gelegt wird, aber das, was man am Motorrad verändern könnte, um die CB dabei zu unterstützen, sich stattdessen vor Augen hielte, käme man der Bestimmung des Teils näher.